Gemeinsam setzen wir uns für mehr Rücksicht auf Sachsen-Anhalts Straßen ein.

Manchmal reicht ein Blick in den Rückspiegel, um die Stimmung komplett zu verändern: Ein Fahrzeug kommt viel zu dicht aufgefahren, drängt, blinkt oder schneidet die Lichthupe. Solche Situationen erzeugen Stress und verunsichern – egal, ob man selbst am Steuer sitzt oder im gerade herannahenden Fahrzeug. 

Druck im Straßenverkehr führt selten zu besserem Fahren, aber häufig zu gefährlichen Fehlern.

Wie schildert sich die Situation?

Drängeln zählt zu den häufigsten Stressfaktoren im Straßenverkehr. 

Wer bedrängt wird, fühlt sich unter Druck gesetzt, verkürzt Reaktionszeiten und überschätzt oder unterschätzt oft Abstände. Gleichzeitig bringt überhöhte Geschwindigkeit die Drängelnden selbst in Gefahr: Einschätzungen werden ungenauer, Überholmanöver riskanter. Besonders kritisch wird es, wenn beides zusammenkommt – zu wenig Abstand und zu hohe Geschwindigkeit.

Überhöhte Geschwindigkeit ist nicht ohne Grund Unfallursache Nummer 1 in Sachsen-Anhalt

Warum es jetzt heißt: „aufjepasst“!

Drängeln sorgt nicht nur für schlechte Stimmung, es gefährdet Menschenleben. Wer zu dicht auffährt, verliert wertvolle Meter Bremsweg – und bei hohen Geschwindigkeiten entscheiden Meter über die Schwere eines Unfalls. Zusätzlich verleitet Drängen andere dazu, Fehler zu machen: hektisches Ausweichen, zu frühes Überholen oder abruptes Abbremsen.

Deshalb gilt: Abstand halten, Tempo anpassen und den Blick für andere nicht verlieren. Rücksicht ist keine Schwäche – sie verhindert Situationen, die sonst schnell eskalieren können.

Schon gewusst?

  • Bei 130 km/h ist der Anhalteweg länger als ein Fußballfeld – jeder Meter Abstand zählt.
  • Zu dichtes Auffahren kostet nicht nur Nerven, sondern auch Geld: hohe Bußgelder, Punkte und Fahrverbote sind möglich.
  • Bei starkem Drängeln oder Nötigung rät die Polizei: Ruhe bewahren, nicht provozieren lassen und das Verhalten nicht spiegeln.
  • Selbst ein scheinbar kleiner Abstand reduziert die Reaktionszeit enorm – und macht Bruchteile von Sekunden entscheidend.

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  • Genug Platz: Beim Überholen innerorts mindestens 1,5 m Abstand halten!

    Ein echter Platzhirsch weiß, wann er Raum lässt. Innerorts sind beim Überholen von Radfahrenden mindestens 1,5 Meter Abstand Pflicht. Das fühlt sich besser an – für dich und für alle neben dir.

  • Genug Platz: Beim Überholen außerorts mindestens 2 m Abstand halten.

    Mut zur Lücke heißt hier: Platz für Radfahrende. Außerorts gilt beim Überholen mindestens 2 Meter Abstand – und die machen bei Tempo wirklich einen Unterschied. Mehr Raum heißt mehr Sicherheit.

  • Stehende Straßenbahn: Anhalten oder Schrittgeschwindigkeit fahren.

    Wo die Straßenbahn hält, wird es zwischen Türen und Bordstein plötzlich lebendig. 

    Menschen tauchen auf, laufen los oder wechseln die Seite. Darum lieber kurz warten oder nur im Schritttempo vorbeifahren.

  • Stehender Bus: Vorbeifahren erlaubt, auf Fahrgäste achten.

    Fahrgäste tauchen manchmal genau dort auf, wo man sie nicht erwartet. Vorbeifahren ist erlaubt, aber Aufmerksamkeit gehört dazu. Mit einem wachen Blick bist du entspannt unterwegs.

  • Kein Märchen: Rechne mit Wildwechsel.

    Wild steht nicht nur auf dem Warnschild, sondern manchmal direkt vor dir. Und oft folgt auf ein Tier auch noch ein zweites. Mit angepasster Geschwindigkeit bist du vorbereitet.

  • Achtung beim Überholen: Oft wirkt der Gegenverkehr noch weit entfernt.

    Beim Überholen wirkt der Gegenverkehr oft weiter weg, als er tatsächlich ist. Mit Tempo ist er dann aber meist schneller da, als man denkt. Darum vor dem Überholen lieber einen Moment länger abwägen.

  • Vor dem Abbiegen oder Spurwechsel: Schulterblick!

    So lang wie bei der Giraffe muss er gar nicht sein. Ein kurzer Schulterblick reicht, um den toten Winkel im Blick zu haben. Gerade beim Abbiegen oder Spurwechsel entscheidet dieser Moment.

  • Vor dem Aussteigen: Zuerst schauen, dann erst die Tür öffnen.

    Eine plötzlich geöffnete Tür kommt oft unerwartet. Besonders für Radfahrende oder Menschen auf dem Gehweg. Wer sie einfach aufreißt, bringt andere schnell in Gefahr. Darum vor dem Öffnen immer erst schauen.

  • Überlass‘ Multitasking den Profis: Das Handy kann warten.

    Multitasking ist nicht serienmäßig verbaut. Darum: Hände an das Lenkrand und Blick nach vorn – im Verkehr ist schon genug los. Alles andere kann warten.