Gemeinsam setzen wir uns für mehr Rücksicht auf Sachsen-Anhalts Straßen ein.

Auf Landstraßen täuschen Geschwindigkeiten oft. Beim Überholen von langsameren Verkehrsteilnehmenden – ob Auto, Traktor, Bus oder LKW – wird die Dauer des Manövers häufig unterschätzt. 

Besonders der Gegenverkehr nähert sich schneller, als man vermutet. Deshalb heißt es jetzt: aufmerksam bleiben.

Wie schildert sich die Situation?

Im Alltag entsteht schnell der Impuls, ein langsameres Fahrzeug zu überholen. Doch gerade hier passieren typische Fehleinschätzungen:

  • Geschwindigkeiten wirken im Rückspiegel verzerrt.
    Ein entgegenkommendes Fahrzeug erscheint träge – bewegt sich aber bei 100 km/h fast 28 Meter pro Sekunde auf einen zu.
  • Die eigene Beschleunigung wird überschätzt.
    Viele Fahrzeuge brauchen länger, um ausreichend Tempo aufzubauen.
  • Überholwege werden unterschätzt.
    Ein Traktor oder Bus, der mit 40–60 km/h fährt, erfordert eine überraschend lange Strecke, um sicher überholt zu werden.

Diese Kombination führt dazu, dass Überholmanöver häufig knapper werden als beabsichtigt.

Warum es jetzt heißt: „aufjepasst“!

Bei Überholvorgängen zählt jeder Meter. Wer falsch einschätzt, wie schnell sich Gegenverkehr nähert oder wie lang das Manöver dauert, gerät schnell in gefährliche Situationen.

Darauf sollten Autofahrende achten:

  • Gegenverkehr kommt schneller, als es wirkt.
  • Überholvorgänge dauern länger, als man erwartet.
  • Sicherheitsabstände verringern sich schneller, als man reagieren kann.
  • Manchmal ist Abstand halten die sicherere Entscheidung.

Schon gewusst?

  • Ein Fahrzeug mit 100 km/h legt pro Sekunde fast 28 Meter zurück – und ist damit viel schneller „plötzlich da“, als es im Rückspiegel erscheint.
  • Beim Überholen eines 60-km/h-Fahrzeugs benötigt man im Schnitt über 200 Meter, selbst bei guter Beschleunigung.
  • Nur wenige Sekunden Fehleinschätzung können darüber entscheiden, ob das Manöver gelingt – oder gefährlich wird.

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  • Genug Platz: Beim Überholen innerorts mindestens 1,5 m Abstand halten!

    Ein echter Platzhirsch weiß, wann er Raum lässt. Innerorts sind beim Überholen von Radfahrenden mindestens 1,5 Meter Abstand Pflicht. Das fühlt sich besser an – für dich und für alle neben dir.

  • Genug Platz: Beim Überholen außerorts mindestens 2 m Abstand halten.

    Mut zur Lücke heißt hier: Platz für Radfahrende. Außerorts gilt beim Überholen mindestens 2 Meter Abstand – und die machen bei Tempo wirklich einen Unterschied. Mehr Raum heißt mehr Sicherheit.

  • Stehende Straßenbahn: Anhalten oder Schrittgeschwindigkeit fahren.

    Wo die Straßenbahn hält, wird es zwischen Türen und Bordstein plötzlich lebendig. 

    Menschen tauchen auf, laufen los oder wechseln die Seite. Darum lieber kurz warten oder nur im Schritttempo vorbeifahren.

  • Stehender Bus: Vorbeifahren erlaubt, auf Fahrgäste achten.

    Fahrgäste tauchen manchmal genau dort auf, wo man sie nicht erwartet. Vorbeifahren ist erlaubt, aber Aufmerksamkeit gehört dazu. Mit einem wachen Blick bist du entspannt unterwegs.

  • Kein Märchen: Rechne mit Wildwechsel.

    Wild steht nicht nur auf dem Warnschild, sondern manchmal direkt vor dir. Und oft folgt auf ein Tier auch noch ein zweites. Mit angepasster Geschwindigkeit bist du vorbereitet.

  • Kein Grund, die Hörner auszufahren: Abstand ist Anstand.

    Zu dichtes Auffahren setzt Vorausfahrende schnell unter Druck. Muss vorne unerwartet gebremst werden, wird es außerdem schnell knapp. Darum bringen ein paar Meter mehr Abstand alle entspannter ans Ziel.

  • Vor dem Abbiegen oder Spurwechsel: Schulterblick!

    So lang wie bei der Giraffe muss er gar nicht sein. Ein kurzer Schulterblick reicht, um den toten Winkel im Blick zu haben. Gerade beim Abbiegen oder Spurwechsel entscheidet dieser Moment.

  • Vor dem Aussteigen: Zuerst schauen, dann erst die Tür öffnen.

    Eine plötzlich geöffnete Tür kommt oft unerwartet. Besonders für Radfahrende oder Menschen auf dem Gehweg. Wer sie einfach aufreißt, bringt andere schnell in Gefahr. Darum vor dem Öffnen immer erst schauen.

  • Überlass‘ Multitasking den Profis: Das Handy kann warten.

    Multitasking ist nicht serienmäßig verbaut. Darum: Hände an das Lenkrand und Blick nach vorn – im Verkehr ist schon genug los. Alles andere kann warten.