Gemeinsam setzen wir uns für mehr Rücksicht auf Sachsen-Anhalts Straßen ein.

Sobald der Tag in die Dämmerung übergeht, verändert sich das Bild auf unseren Landstraßen. Schatten werden länger, Bewegungen am Waldrand schwerer zu erkennen – und genau dann werden viele Tiere aktiv.

Wer in dieser Zeit unterwegs ist, sollte besonders aufmerksam fahren, denn Wildwechsel kommt oft überraschend und lässt nur wenig Reaktionszeit.

Wie schildert sich die Situation?

Gerade in der Abend- und Morgendämmerung verlassen Tiere ihre geschützten Bereiche und überqueren Wege, Felder und Straßen. Das Verkehrszeichen „Wildwechsel“ steht nicht ohne Grund an Strecken, die bekanntermaßen häufiger betroffen sind: Waldränder, Felder, langgezogene Landstraßen. 

Und selbst wenn es selten ein Einhorn ist, das plötzlich im Scheinwerferlicht auftaucht – die Gefahr ist real und unterschätzt.

Warum es jetzt heißt: „aufjepasst“!

Ein Zusammenstoß mit Wild endet häufig schwer – für das Tier und für Menschen im Fahrzeug. Noch gefährlicher wird es, wenn Fahrende instinktiv ausweichen: Ein abruptes Lenkmanöver kann schnell zum Kontrollverlust führen oder in den Gegenverkehr geraten. 

Dazu kommt: Wild kommt selten allein. Nach einem Reh oder einem Wildschwein können weitere Tiere folgen. Deshalb: Geschwindigkeit anpassen, bremsbereit bleiben und ruhig reagieren.

Schon gewusst?

  • Viele Tiere erstarren im Fernlicht und bleiben mitten auf der Straße stehen. Wenn du Wild wahrnimmst:
    • Geschwindigkeit reduzieren
    • Fernlicht im Stand ausschalten
  • Ein kurzer Hornstoß (kurz hupen) kann dem Tier helfen, die Fahrbahn zu verlassen.
  • Blaue Reflektoren oder Markierungen an Leitpfosten zeigen Bereiche mit besonders häufigem Wildwechsel an. Das reflektierte Licht wirkt auf viele Tiere wie eine Warnsignal-Farbe und hält sie eher zurück

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  • Genug Platz: Beim Überholen innerorts mindestens 1,5 m Abstand halten!

    Ein echter Platzhirsch weiß, wann er Raum lässt. Innerorts sind beim Überholen von Radfahrenden mindestens 1,5 Meter Abstand Pflicht. Das fühlt sich besser an – für dich und für alle neben dir.

  • Genug Platz: Beim Überholen außerorts mindestens 2 m Abstand halten.

    Mut zur Lücke heißt hier: Platz für Radfahrende. Außerorts gilt beim Überholen mindestens 2 Meter Abstand – und die machen bei Tempo wirklich einen Unterschied. Mehr Raum heißt mehr Sicherheit.

  • Stehende Straßenbahn: Anhalten oder Schrittgeschwindigkeit fahren.

    Wo die Straßenbahn hält, wird es zwischen Türen und Bordstein plötzlich lebendig. 

    Menschen tauchen auf, laufen los oder wechseln die Seite. Darum lieber kurz warten oder nur im Schritttempo vorbeifahren.

  • Stehender Bus: Vorbeifahren erlaubt, auf Fahrgäste achten.

    Fahrgäste tauchen manchmal genau dort auf, wo man sie nicht erwartet. Vorbeifahren ist erlaubt, aber Aufmerksamkeit gehört dazu. Mit einem wachen Blick bist du entspannt unterwegs.

  • Kein Grund, die Hörner auszufahren: Abstand ist Anstand.

    Zu dichtes Auffahren setzt Vorausfahrende schnell unter Druck. Muss vorne unerwartet gebremst werden, wird es außerdem schnell knapp. Darum bringen ein paar Meter mehr Abstand alle entspannter ans Ziel.

  • Achtung beim Überholen: Oft wirkt der Gegenverkehr noch weit entfernt.

    Beim Überholen wirkt der Gegenverkehr oft weiter weg, als er tatsächlich ist. Mit Tempo ist er dann aber meist schneller da, als man denkt. Darum vor dem Überholen lieber einen Moment länger abwägen.

  • Vor dem Abbiegen oder Spurwechsel: Schulterblick!

    So lang wie bei der Giraffe muss er gar nicht sein. Ein kurzer Schulterblick reicht, um den toten Winkel im Blick zu haben. Gerade beim Abbiegen oder Spurwechsel entscheidet dieser Moment.

  • Vor dem Aussteigen: Zuerst schauen, dann erst die Tür öffnen.

    Eine plötzlich geöffnete Tür kommt oft unerwartet. Besonders für Radfahrende oder Menschen auf dem Gehweg. Wer sie einfach aufreißt, bringt andere schnell in Gefahr. Darum vor dem Öffnen immer erst schauen.

  • Überlass‘ Multitasking den Profis: Das Handy kann warten.

    Multitasking ist nicht serienmäßig verbaut. Darum: Hände an das Lenkrand und Blick nach vorn – im Verkehr ist schon genug los. Alles andere kann warten.